Diaspora- Das soziale Netzwerk der Zukunft?

6. August 2013
Bewerte diesen Artikel

Gesichtserkennung, Orten von Freunden, Schattenprofile – Vielen Benutzern von sozialen Netzwerken geht das zu weit. Während sich leider zahlreiche Mitglieder nicht weiter beunruhigen lassen und fleißig weiter Informationen preisgeben, gibt es immer mehr „Aussteiger“. Benutzer die ihre Inhalte mit Freunden und Bekannten Teilen wollen, nicht aber mit unberechenbaren Datenkraken.

 

Diaspora Logo

flickr.com/photos/m1k3y/

Auf den ersten Blick ist Diaspora nichts Außergewöhnliches, nur ein weiteres soziales Netzwerk. Doch wirft man einen Blick hinter die Kulissen erkennt man dass Diaspora die Revolution der sozialen Netzwerke darstellen könnte. Diaspora ist griechisch und bedeutet Verstreutheit. Der Ausdruck bezeichnet Personengruppen die Ihre Heimat verlassen haben und jetzt unter Gleichgesinnten bzw. Andersdenkenden leben, überall auf der Welt verstreut sind oder einfach nur eine Minderheit darstellen. Selbiges trifft, zumindest in nächster zeit, wohl auch auf die Benutzer von Diaspora zu.

Die Vorteile von Diaspora

Diaspora Oberfläche

flickr.com/photos/philaestheta/

Ein konventionelles Social Network lebt davon Daten zu sammeln und durch diese z.B. individuelle Werbung zu schalten. Einstellungen zum Schutz der Privatsphäre werden wissentlich in unübersichtlichen Menüs versteckt. Jedes mal wenn ein Benutzer den Haken bei „privat“ setzt verliert das Unternehmen Geld. Diaspora wird über Spenden finanziert und zeigte bisher kein Interesse an den Daten der User.

Der gravierende Unterschied liegt in der Architektur dieses Systems. Diaspora ist ein freies, dezentralisiertes Netzwerk. Die Daten liegen also, systembedingt, nicht mehr auf den Servern der Anbieter sondern entweder auf dem eigenen PC der als Server (pod) verwendet wird . Oder auf einem öffentlichem Server (Samen engl. seed) Ihrer Wahl. Der Nutzer bleibt somit Urheber seiner Daten und verfügt über ein gewisses Maß an Kontrolle was mit seinen Daten passiert und wie diese sich ausbreiten. Bilder und Texte von Diaspora-Usern sind nicht der Sammelwut eines gewinnorientierten Unternehmens ausgesetzt.

Die intuitive Kommunikation bzw. der Austausch von Daten erfolgt über das freie Kryptographiesystem „Gnu Privacy Guard (GPG)“. Darüber hinaus ist Diaspora “open source“, jeder kann den Quellcode einsehen und sich an der Entwicklung beteiligen.

 

Diaspora Pusteblume

flickr.com/photos/99314200@N04/

Die Registrierung bei Diaspora

Die Registrierung und die Anwendung in dem Social Network wird für den Anwender so einfach und bequem wie möglich realisiert. Kurz den Namen, die Email-Adresse und ein paar persönliche Daten eingeben und schon ist man Mitglied. Obwohl die Entwickler die Benutzung des neuen Netzwerks so simpel wie möglich gestalten möchten, schreckt das komplexe System gerade weniger erfahrene Benutzer ab. Aus diesem Grund sind im Diaspora-Netzwerk eher computerversierte Personen anzutreffen. Selbst wenn sich der normale User sich nicht großartig mit der Funktionsweise auseinanderzusetzen muss ist das Social Network, auch aufgrund der geringen Nutzerzahl, noch nicht massentauglich.

Diaspora entwickelt sich weiter

Die Benutzeroberfläche wirkt minimalistisch und transparent, die Entwickler sind jedoch bestrebt den gleichen Leistungsumfang wie die üblichen Sozialen Netzwerke zu bieten. Werbung sucht man hier vergebens. Einfachheit und Klarheit sind ein Grundsatz des Diaspora Teams. Dennoch bringt das Netzwerk bereits einiges mit. Hastags, Integration anderer Netzwerke und eine Schnittstelle für Plugins. Letztere sollen auch Spiele oder Charts implementieren können. Diaspora entwickelt sich weiter. Wie schnell und in welchem Ausmaß ist davon abhängig wie viele das neue Netzwerk wirklich nutzen und sich auch aktiv an der Weiterentwicklung beteiligen.

Update August 2013: Vor knapp drei Jahren ging die erste Alpha-Version von „Diaspora“ online. Das Netzwerk existiert weiterhin und ist zu einem erfolgreichen Nischen-Netzwerk gewachsen. Mittlerweile tummeln sich 405.000 Mitglieder im Netzwerk, eine Android-App wurde veröffentlicht und Diaspora wurde zu einem Community-Projekt.

Bedauerlicherweise ist Ilya Zhitomirskiy, einer der vier Gründer verstorben. Das Team hat sich dennoch dazu entschlossen das Projekt weiterzuführen. Die drei Mathematikstudenten Dan Grippi, Maxwell Salzberg, Raphael Sofaer und die Community treiben die Entwicklung also weiter voran und konnten schon einige Erfolge mit ihrem Projekt verbuchen. Die Große Masse konnte Diaspora jedoch bis zum heutigen Tag nicht erreichen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht bekannt gegeben! Pflichtfelder sind markiert *